spunta

1. F: Ist Hymovis® ein Medikament oder ein Medizinprodukt?

A: Hymovis® ist ein Medizinprodukt (Klasse III Richtlinie 93/42/EWG)

spunta

2. F: Wie ist es möglich, dass ein Produkt auf Basis von Hyaluronsäure mit mittlerem bis niedrigem Molekulargewicht eine hohe Viskoelastizität aufweist?

A: Die geringfügige chemische Modifizierung des Polysaccharids macht sie teilweise hydrophob und die besondere Konformation, die daraus in wässrigem Umfeld resultiert, ist so beschaffen, dass sie Hymovis® in ein Hydrogel mit einer hohen Viskoelastizität verwandelt.

spunta

3. F: Ist ein Produkt in Form eines Hydrogels mit hoher Viskoelastizität nicht zu schwer zu injizieren?

A: Nein, die Viskoelastizität von Hymovis® ist mit derer anderer leicht zu injizierender Produkte vergleichbar, die für den gleichen Verwendungszweck im Handel erhältlich sind; überdies machen seine rheologischen Eigenschaften Hymovis® beim Gleiten durch die Kanüle weniger viskös.

spunta

4. F: Was versteht man unter Mobile Reticulum?

A: Dies ist der Name, der der bestimmten Konformation der Moleküle von Hymovis® in wässriger Lösung verliehen wurde, sprich, eine Art Netz, die sowohl von hydrophilen als auch von hydrophoben Interaktionen gestützt wird, welche in der Lage sind, unendlich oft zu brechen und sich neu zusammenzusetzen. Diese Eigenschaft bildet die Grundlage der „MO.RE.® Technology” und angesichts der dynamischen Selbstreparaturfähigkeit des Gels nach einer Strukturdestabilisierung haben wir das Netz „mobile“ genannt.

spunta

5. F: Was versteht man unter der Wiederherstellungsfähigkeit der Struktur?

A. Darunter versteht man die Fähigkeit des Mobile Reticulum, das aus den Hymovis®-Ketten besteht, nach destabilisierenden mechanischen Belastungen wieder in seine Konfiguration zurückzufinden. Aus rheologischer Sicht entspricht diese Eigenschaft der bestimmten Fähigkeit des Gels von Hymovis® seine Elastizität nach – auch wiederholten und großen – mechanischen Shocks vollständig und in kurzer Zeit wiederherzustellen.

spunta

6. F: Welche Bedeutung hat die lineare Struktur?

A: Die lineare Struktur von Hymovis® ermöglicht dem Molekül, vom CD44, dem physiologischen Rezeptor der Hyaluronsäure, erkannt zu werden. Und genau über diesen Rezeptor entfaltet die Hyaluronsäure ihre pharmazeutische Wirkung.

Des Weiteren ist eine lineare Struktur der Ausgangsstruktur sehr ähnlich, sodass sie die Erkennung vonseiten des Immunsystems nicht ermöglicht. Wie auch aus der einschlägigen Literatur bekannt, haben sich mit quervernetzten Derivaten unerwünschte systemische Ereignisse ergeben, was entweder auf die Bildung von Immunkomplexen oder in jedem Fall auf die Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen ist.

spunta

7. F: Welchen Vorteil hat Hymovis® im Vergleich zu Produkten auf Basis von quervernetzter Hyaluronsäure?

A: Der Vorteil eines Produkts auf Basis von linearer Hyaluronsäure mit vergleichbaren, wenn nicht gar überlegenen mechanischen Eigenschaften im Vergleich zu denen der Produkte, die quervernetzte Hyaluronsäure enthalten, ist die bessere Biokompatibilität. Verschiedene bibliografische Verweise sowie der klinische Einsatz sprechen in der Tat von einer geringeren Verträglichkeit der quervernetzten Hyaluronsäure im Vergleich zur linearen Hyaluronsäure.

spunta

8. F: Was impliziert die Mo.RE. (MObile REticulum) Technologie?

A: Die „stoßdämpfenden“ Eigenschaften der Synovialflüssigkeit stehen mit den rheologischen Eigenschaften der Hyaluronsäure und seinem Turnover in Verbindung, welcher von den biosynthetischen Fähigkeiten der Synovia und des Gelenkknorpels gewährleistet wird. Bei einer Osteoarthrose fällt der Turnover der Synovialflüssigkeit teilweise oder vollständig aus. Das dynamische Netz, das von Hymovis® gebildet wird, ermöglicht, die von den verschiedenen mechanischen Beanspruchungen ausgehende Energie zu absorbieren, indem die ursprüngliche Struktur wiederhergestellt und der verringerte biosynthetische Turnover des natürlichen Polymers ersetzt wird.

spunta

9. F: Kann Hymovis® bei Entzündungen verabreicht werden?

A: Die durchgeführten Tests haben gezeigt, dass HYADD®4 gegenüber der Wirkung von Hyaluronidase (ein Enzym, das überall im Körper, insbesondere in Entzündungsherden, vorhanden ist) resistent ist.
Die beste Empfehlung lautet, die Infiltration IMMER an einem „kalten“ Gelenk vorzunehmen, da an einer entzündeten Stelle neben der Hyaluronidase Enzymaktivitäten jeglicher Art vorkommen, die die Verweilzeit des Produkts im Gelenk stark verkürzen könnten.

spunta

10. F: Wie wird Hymovis® verstoffwechselt?

A: Dies ist nicht bekannt. Man kann jedoch annehmen, dass der Abbau über eine mehr oder weniger umfangreiche Depolymerisation zulasten der linearen Kette erfolgt.
Angesichts der Resistenz gegenüber Hyaluronidase nimmt diese Depolymerisation wahrscheinlich lange Zeiträume in Anspruch. Die Teilchen mit geringem Molekulargewicht entgehen dann dem synovialen Filter und werden über den Blutkreislauf (und die Lymphbahn) zur Leber transportiert. Hier finden sich Amylasen, nämlich Enzyme, die in der Lage sind, die amidartigen Bindungen zu spalten, die das Hexadecylresiduum abspalten können. Die Oligosaccharidteilchen werden anschließend dem Kohlenhydratestoffwechsel zugeführt.

spunta

11. F: Warum wird in der Gebrauchsinformationen der Begriff „Osteoarthritis“ aufgeführt?

A: Der Begriff „Osteoarthritis“ stammt von den angelsächsischen Autoren, die der entzündlichen Komponenten der Osteoarthrose eine größere Bedeutung beimessen als der degenerativen Komponente. Das Produkt wurde jedoch im klinischen Rahmen bei Osteoarthrose getestet.

spunta

12. F: Mit welcher quervernetzten Viskosupplementierung kann man Hymovis® vergleichen?

A: Dank der MO.RE.® Technology besitzt Hymovis® gleiche oder gar überlegene biomechanische Eigenschaften im Vergleich zu quervernetzten Derivaten, die im Handel erhältlich sind. Dabei wahrt Hymovis® die Biokompatibilitätseigenschaften des natürlichen Polymers. Hymovis® kann als Vorreiter einer neuen Kategorie von Viskosupplementierungen der 4. Generation betrachtet werden, der durch einen innovativen rheologischen Profil charakterisiert wird und zudem die Fähigkeit besitzt, auf die Entzündungsparameter einzuwirken, die den Osteoarthroseprozess kennzeichnen. (OLIVIERO et al. 2013)